Prozesse im Webdesign – wie gehe ich einen Website-Auftrag an?
Jedes Webdesign-Projekt ist individuell, Ich biete nichts von der Stange, aber der Prozess der Auftragsrealisierung ist häufig gleich. So sind es 7 größere Module in der Entwicklung einer neuen Website, die immer mit einer Änderungsschleife oder einem Designsprint vergleichbar sind.
1. Was kostet eine Website? Der Einstieg in den Webdesign Prozess
Bevor ich in einen Auftrag starte, ist in der Regel ein Angebot notwendig. Damit ich aber passend kalkulieren kann, muss ich in einem ersten Gespräch herausfinden, welchen Umfang das Projekt hat. Dieses erste Gespräch ist in der Regel kostenlos. Wenn ich den Kunden noch nicht kenne und sich das Unternehmen in der näheren Umgebung von Magdeburg befindet, mache ich gern ein persönliches Gespräch. Denn es gestaltet sich leichter, wenn ich weiß, wie der Kunde oder die Kundin tickt, was das Unternehmen macht und wer die Kund*innen des Unternehmens sind.
Welche Fragen werden in diesem ersten Gespräch geklärt?
- Ist eine alte Website vorhanden?
- Wenn ja, welche Inhalte sollen übernommen werden?
- Welche Inhalte kommen dazu?
- Welche technischen Funktionen soll die neue Website haben?
- Wer ist die Zielgruppe die erreicht werden soll?
- Was genau soll erreicht werden mit der Website
- Welches Content-Management-System soll genutzt werden (WordPress, Joomla! etc)? Hier berate ich gern, denn es ist vom geplanten Umfang und von der anschließenden Pflege der Website abhängig.
- Wie umfangreich sind später wachsende Inhalte und wer soll es pflegen?
- Wenn noch keine Onlinepräsenz vorhanden ist, gibt es eine Domain, einen Hostinganbieter
Da es ganz unterschiedliche Antworten auf diese Fragen gibt, ist es auch nicht möglich, bei einem Telefonat einen Preis für eine Website zu nennen. Aus diesem Grund gibt es bei mir auch keine Baukastenpreise.
2. Informationsarchitektur /Inhaltestruktur der Website
Nach der Auftragsvergabe, also dem schriftlichen Bestätigen der Kosten und des Auftrags beschäftige ich mich zunächst mit dem Aufbau von Menü, der Seitenstruktur. Dafür nutze ich Kreativitätstechniken wie Mindmaps, aber auch ganz schnöde Excellisten. Ich lege fest, welche Themenseiten an welcher Stelle im Hauptmenü erscheinen, ob es eine Sekundärnavigation im Footer oder in der Topbar der Website gibt und priorisiere damit die Inhalte. Dabei habe ich immer den potenziellen Kunden oder die Kundin des Unternehmens im Sinn. Denn aus Unternehmenssicht sind möglicherweise andere Inhalte von hoher Priorität als aus Sicht des Kunden meines Kunden.
Um das Projekt möglichst agil zu gestalten, erfolgt an dieser Stelle ein Abgleich mit dem/der Auftraggeber*in. Wenn sich die Vorstellungen zur Informationsarchitektur der Website nicht decken sollte, erfolgen Ergänzungen oder Änderungen in der Struktur und/oder in der Priorität.

3. Erste Visualisierung der Website
Mit einer konkreten Vorstellung zu Struktur und den damit verbundenen Inhalten starte ich den Designprozess und erstelle Mockups. Diese Mockups können schon fertige Designs enthalten oder zunächst nur Platzhalter, die Reihenfolgen, Inhalte und den Umfang an Bildmaterial und anderen Medien aufzeigen. In der Regel beginne ich hier mit der wichtigsten Seite der Startseite. Wenn es im Projekt noch besonders wichtige Landingpages (Seite zu einem speziellen Produkt oder einer ganz konkreten Dienstleistung) gibt, dann können diese separat visualisiert werden. Mit dem Design erfolgt nun wieder eine Abstimmung mit dem Kunden oder der Kundin. Nun entsteht auch eine konkrete Vorstellung welche Inhalte noch erstellt werden müssen, und ggf. welche Fotos erstellt oder eingekauft werden müssen. Auch wenn ich privat ganz gut mit einer Kamera umgehen kann, biete ich keine Shootings an. Ich arbeite hier mit Fotograf*innen zusammen und kann Empfehlungen aussprechen. An einigen Stellen kann auch Stockmaterial eingebunden werden, um diese auszuwählen, ist jedoch ein finaler Text notwendig.
An dieser Stelle bedeutet dann auch für meine Kunden eine neue Website Arbeit im Unternehmen, denn ich kann zwar behilflich sein bei dem „Wie sage ich es?“ aber ich benötige ein „Was sage ich?“ Dies kann erfolgen in Zusammenarbeit mit einer SEO Agentur, oder einem Texter die im Idealfall bereits an der Stelle der Informationsarchitektur eingebunden sind, muss es aber nicht. Es hängt vom Budget des in Auftrag gebenden Unternehmens und von den Zielen für die Website ab.
4. Aufbau des technischen Rahmenwerkes
Damit ist die Einrichtung von Domains (ggf. Subdomains) Webspace, Datenbank und Content-Management-System gemeint. Wenn bereits eine Website vorhanden ist, wird die neue Website in einer Entwicklungsumgebung installiert, diese ist geschützt von außen nur für den Kunden sichtbar und bietet Möglichkeiten Inhalte und Darstellungsformen zu testen. Damit ist für den Außenstehenden die alte Website verfügbar und der Wechsel von alt auf neu möglichst kurz.
Ab diesem Projektschritt können Kund*in und ich gemeinsam auf etwas schauen, es ausprobieren, diskutieren und umstrukturieren. Diese Zusammenarbeit erfolgt bei allen meinen Webprojekten. Das kann es unter Umständen in die Länge ziehen, ist aber für ein erfolgreiches Ergebnis notwendig.
5. Template einrichten, Struktur anlegen und Inhalte einbinden
Das Template ist der gestalterische Rahmen, der in die technischen Bedingungen eingebunden wird. Dort lege ich Farben, Formate, Icons, Hover-Effekte und andere Interaktionen fest. Es ist die Übertragung von Designvisualisierungen in eine echte Website. Wenn ich schon Inhalte habe, werden die schon direkt mit eingepflegt. Sollten in Teilen die Texte noch nicht vorliegen, arbeite ich mit sogenannten Blindtexten. Auf diese Weise kann der/die Auftraggeber*in direkt sehen, an welchen Stellen noch Texte benötigt werden und wie viele Zeichen in etwa notwendig sind. Auch am Ende dieser Phase ist Korrektur möglich und macht die Projektabwicklung agil. Wenn dann zum Beispiel einzelne Inhalte auf einen späteren Onlinegang geschoben werden, können sie deaktiviert und zu einem späteren Zeitpunkt wiederbelebt. An dieser Stelle wird in der Regel auch getestet was das Zeug hält. Unterschiedliche Browser, unterschiedliche Auflösungen, unterschiedliche Klickverhalten, unterschiedliche Suchmuster. Formulare auf der Website werden ausprobiert und eingerichtet. Je nach Funktion und je nach Art der Inhalte gibt es verschiedene Lösungen der Darstellung. Demnach wird es auch immer mal notwendig zusätzliche Plugins auf einer Website zu installieren und einzurichten, Es wird also durch und durch ein individuelles Produkt auch wenn ich meine bisherigen Erfahrungen immer mit in ein neues Projekt einbringe. Auch bei den rechtlichen Aspekten einer Website heißt es: „immer uptodate sein!“. Cookieboxen, lokal gehostete Googlefonts, Impressum und Datenschutzerklärung, Google Maps Einbindung und vieles mehr sind zu beachten. Nein, ich habe keine juristische Ausbildung und ich biete auch keine Rechtsberatung. Aber Berührungspunkte sind vorhanden. Hier ist es oft notwendig, die technische Seite im Hinterkopf zu behalten. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Rechtsberater des Kunden und dem Datenschutzbeauftragten im Unternehmen ist hilfreich.
6. Der Moment des Relaunches der Website
„Nur den Schalter umlegen“ ist selten. Ich ziehe die Website dann aus der Entwicklungsumgebung um und löse die alte Website ab. Linkstrukturen und Buttons werden umgestellt und erneut getestet. Manchmal gibt es technische Herausforderungen, die oft mit einer unterschiedlichen Arbeitsweise der Hoster einhergehen. Aber dann ist es geschafft und die neu gestaltete Website geht ans Netz. Wenn es noch „potente“ Unterseiten auf der alten Website gibt, müssen diese auch für Google erkennbar auf sinnvolle neue Unterseiten geleitet werden. Man spricht von sogenannten Redirects.
7. Mit dem Onlinegang ist es eben nicht getan
Die Content-Management-Systeme und auch die installierten Plugins werden regelmäßig geupdatet und somit ist es notwendig, dass ich regelmäßig die Website zu checke. Den Turnus stimme ich abschließend mit dem/der Kund*in ab und die Abrechnung erfolgt dann aufwandsbasiert. Wenn die Inhaltepflege der Website in-house erfolgen soll, bereite ich bei Bedarf auch eine Schulung vor mit einem kleinen individuellen Handout für das Redaktionsteam. Dies ist jedoch kein Muss.
Der hier dargestellte Prozess zeigt deutlich, dass eine Website made by klosedesign nicht über Nacht entsteht und eben auch nicht zu Schleuderpreisen erhältlich ist. Um noch einmal auf die Eingangsfrage zurückzukommen:
Was kostet eine Website? Das kommt darauf an ;-).
Dafür erhalten meine Kund*innen aber auch eine geführte und mit viel Beratung begleitete Website-Gestaltung und vor allen Dingen immer mit dem Blick auf den Nutzer der Website, den Kunden meines Kunden
Werfen Sie doch gern noch einen Blick in meine Referenzen.
Wenn auch Sie sich für Ihre Kundinnen und Kunden ein positives Nutzererlebnis auf Ihrer neuen Website wünschen, lassen Sie uns ins Gespräch kommen.