Wenn ich an einem neuen Projekt arbeite, sieht mein Schreibtisch meistens ziemlich unspektakulär aus: ein paar Notizen aus dem Kundengespräch, erste Skizzen auf Papier und eine grobe Idee davon, wie die Inhalte später auf einer Website oder in einer Anwendung zusammenfinden könnten. Vieles passiert dabei in meinem Kopf.
Was sich in den letzten Jahren verändert hat, ist nicht der kreative Prozess selbst – sondern wer mich bei den Zwischenschritten unterstützt.
Früher habe ich viele dieser kleinen Arbeitsschritte komplett allein vorbereitet: erste Textentwürfe strukturieren, Varianten ausprobieren, Inhalte sortieren oder Bildideen entwickeln. Heute sitzt dabei oft eine sehr schnelle digitale Assistenz mit am virtuellen Tisch – die KI.
Sie gestaltet nichts fertig. Sie trifft keine Entscheidungen. Aber sie hilft mir dabei, einzelne Bausteine vorzubereiten, aus denen ich anschließend das eigentliche Design entwickle.
Man kann sich das ein bisschen vorstellen wie in einer Werkstatt: Die Maschine schneidet vielleicht die Rohteile zu – aber das fertige Produkt entsteht erst durch Erfahrung, Planung und saubere Handarbeit.
Was mit „KI-Tools“ im Design eigentlich gemeint ist
Der Begriff KI klingt manchmal noch nach Zukunftstechnologie, aber es sind Technologien, die schon längst in meinem Alltag angekommen sind. In der Praxis sind KI-Tools einfach Modelle, die aus großen Datenmengen Muster erkennen und daraus Vorschläge erzeugen können. Kreativ sind sie nicht, rein technisch gesehen.
Für meine Arbeit bedeutet das zum Beispiel:
- eine erste Struktur für Inhalte vorbereiten
- Formulierungen variieren
- Bildideen oder Stimmungen ausprobieren
- Layoutansätze schneller durchdenken
- Spätere Bildretusche mit KI-Unterstützung
KI liefert also Material zum Weiterdenken. Die Entscheidung, was sinnvoll ist und was nicht, bleibt weiterhin bei mir.
Wie KI konkret in meinem Arbeitsprozess auftaucht
Wenn ein neues Projekt startet, geht es selten sofort um Farben oder Layouts. Zuerst müssen wir verstehen, wie die Zielgruppe denkt und was sie auf einer Website eigentlich sucht.
Viele meiner Kunden sind kleine und mittelständische Dienstleister – etwa Ingenieure, beratende Unternehmen oder Praxen. Sie wissen sehr genau, was sie leisten, aber oft ist es gar nicht so leicht, das auf einer Website so darzustellen, dass Besucher sofort verstehen:
„Hier bin ich richtig.“
In dieser Phase nutze ich KI eher als Arbeitsassistenz. Tools wie ChatGPT oder Gemini helfen mir zum Beispiel dabei, erste Textvarianten oder Strukturvorschläge vorzubereiten.
Die KI liefert einzelne Bausteine – ich prüfe sie, ändere sie, kombiniere sie neu und entwickle daraus die endgültige Struktur.
Der kreative Teil besteht also nicht darin, der KI eine Aufgabe zu geben und auf das Ergebnis zu warten.
Der kreative Teil besteht darin, aus vielen Vorschlägen die richtigen herauszufiltern.
KI als Ideengeber für visuelle Richtungen
Auch bei der visuellen Konzeptphase kann KI hilfreich sein. Wenn ich mit Kunden über Bildwelten oder Stimmungen spreche, nutze ich gelegentlich Tools wie Midjourney oder Adobe Firefly.
Damit lassen sich schnell Bildideen erzeugen, die eine Richtung zeigen. Nicht, weil diese Bilder später genauso verwendet werden – sondern weil sie helfen, eine gemeinsame Vorstellung zu entwickeln.
Gerade in Gesprächen mit Unternehmern funktioniert das erstaunlich gut. Statt lange über Stilrichtungen zu diskutieren, kann ich sagen:
„Schauen Sie mal – geht es eher in diese Richtung oder eher in diese?“
Das beschleunigt Entscheidungen enorm. Hinzukommt, dass meine professionelle Software wie Adobe Photoshop oder Illustrator Schnittstellen zur KI haben, um zum Beispiel Bildelemente zu ergänzen oder bestehende Fotos über den Rand hinaus „weiterzudenken“. Wie schnell ist es heute möglich eine im Portrait angeschnittene Schulter zu ergänzen, die man früher lange „drangebastelt“ hat.
Datenschutz bleibt ein wichtiger Punkt
Bei aller Begeisterung für neue Tools gibt es einen Punkt, bei dem ich sehr bewusst arbeite: Datenschutz.
Viele KI-Anwendungen laufen über Cloud-Dienste. Deshalb gebe ich grundsätzlich keine sensiblen Kundendaten oder internen Informationen in solche Systeme ein.
Wenn KI im Projekt eingesetzt wird, arbeite ich meist mit:
- anonymisierten Beispielen
- allgemeinen Brancheninformationen
- abstrahierten Projektbeschreibungen
Das schützt die Daten meiner Kunden – und sorgt gleichzeitig dafür, dass KI trotzdem sinnvoll genutzt werden kann.
Spart KI Zeit? Ja. Erledigt sie alles automatisch? Ganz sicher nicht.
Der größte Vorteil von KI liegt tatsächlich in der Geschwindigkeit. Viele kleine Arbeitsschritte gehen heute deutlich schneller als noch vor ein paar Jahren.
Das kann für kleine und mittelständische Unternehmen ein echter Vorteil sein, weil Projektzeit effizienter genutzt wird.
Aber eine Sache wird in der öffentlichen Diskussion oft überschätzt: KI erledigt die Arbeit nicht auf Knopfdruck.
Man muss wissen:
- welche Fragen man stellt
- welche Ergebnisse brauchbar sind
- welche man besser freundlich ignoriert
- und in der Regel ist das Ergebnis der KI nicht Kreativität, sondern Berechnung von Wahrscheinlichkeit und Mustern von Gelerntem
Sonst produziert KI vor allem eins: sehr schnell sehr viele mittelmäßige Ideen.
Am Ende bleibt Design immer auch Handarbeit
Die wichtigste Arbeit im Design passiert ohnehin nicht im Tool. Sie passiert beim Nachdenken.
Beim Zuhören im Kundengespräch.
Beim Verstehen einer Zielgruppe.
Beim Finden der Struktur, die plötzlich alles logisch macht.
KI kann dabei helfen, schneller zu Varianten zu kommen. Sie kann Zwischenschritte vorbereiten und Routinearbeit reduzieren.
Aber das eigentliche Design entsteht immer noch durch Erfahrung, Konzeptarbeit und sorgfältige Umsetzung.
Oder anders gesagt: Die KI darf gern in der Werkstatt helfen.
Den Bauplan zeichnet am Ende immer noch der Mensch.
Lassen Sie uns über Ihr Projekt sprechen.
Wenn auch Sie meine Gedanken zu unserer Verantwortung für Ressourcen teilen und auf der Suche nach einem Designbüro mit nachhaltigen Zielen sind, kommen Sie gern auf mich zu. Das erste Kundengespräch ist für Sie kostenfrei.




